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Die Krokusse von Korfu.

  • Фото автора: Лилия Денисенко
    Лилия Денисенко
  • 25 дек. 2025 г.
  • 1 мин. чтения

Foto: PixAl Photography — Alan Jacobs (Facebook)
Foto: PixAl Photography — Alan Jacobs (Facebook)

Ich habe sie zuerst gehört.Ich habe es nicht gesehen - ich habe es gehört. Ein subtiler Duft, fast schwerelos,erschien so plötzlich in der Luft, dass ich anhielt, um herauszufinden, woher er kommt.Es war weicher als jedes Parfüm —nicht hartnäckig, nicht süß, sondern sauber und transparent wie das Morgenlicht. Es war in Monrepo.Der Park hielt noch die Wärme des vergangenen Sommers, aber es fühlte sich bereits ein anderer Atem in der Luft an — ein ruhiger, feuchter, herbstlicher. Und erst dann habe ich sie gesehen.Ein Feld von Krokussen.Zart, fast zerbrechlich,breiteten sie sich so natürlich unter ihren Füßen aus, als wären sie immer hier gewesen und verschwanden nirgendwohin.

Krokusse in Korfu erscheinen nach dem Regen.Im November, wenn sich die Touristensaison bereits aufgelöst hat, wenn die Insel zu sich zurückkehrt, gehen sie zuerst aus. Sie wachsen überall - in Parks, entlang von Wegen, zwischen Bäumen, ohne um Erlaubnis zu bitten und auf einen Blick zu warten.Und es gibt etwas sehr Inseliges daran: Das Leben geht weiter, wenn man es nicht mehr betrachtet. Ich war nicht von der Anzahl dieser Blumen beeindruckt, sondern von ihrer Ruhe.Sie versuchen nicht, auffällig zu sein.Sie konkurrieren nicht.Beweisen Sie Ihre Schönheit nicht. Korfu-Krokusse existieren in ihrer Zeit.Leise.Kurz.Ohne den Wunsch, länger als nötig zu verweilen.

Und vielleicht sind sie deshalb so in Erinnerung geblieben.Weil sie nicht in der Hitze erscheinen, sondern in der Pause.Nicht in Erwartung,sondern in der Fortsetzung. Seitdem riecht der November für mich nach Krokussen.Der Geruch nach Erde nach Regen, die Luft, in der es keine Eile gibt, und die Insel, die wieder ein Zuhause für sich wird. Manchmal kommen die stärksten Eindrücke außerhalb der Saison.Sie kommen, wenn die Welt aufhört, ein Schaufenster zu sein, und es beginnt, echt zu sein.


Foto: PixAl Photography — Alan Jacobs (Facebook)
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